Firmengold.
Zurück zur Übersicht
Exit-Planung

Ihr Unternehmen verkaufen: Makler beauftragen oder allein vorgehen?

27. April 2025 · 6 Min. Lesezeit
Ihr Unternehmen verkaufen: Makler beauftragen oder allein vorgehen?

Wenn Sie sich dem Meilenstein nähern, Ihr Unternehmen zu verkaufen, stellt sich eine entscheidende Frage: Sollten Sie den komplexen Verkaufsprozess selbst steuern oder die Hilfe eines professionellen Unternehmensmaklers in Anspruch nehmen?

Der Verkauf Ihres kleinen Unternehmens ist ein gewaltiger Schritt, der oft den Höhepunkt jahrelanger harter Arbeit und Hingabe markiert. Dieser Beitrag beleuchtet die Realität beider Wege: den Verkauf in Eigenregie gegenüber der Beauftragung eines Maklers. Wir betrachten die möglichen Vorzüge und Nachteile und liefern Ihnen zentrale Überlegungen, die Ihnen helfen zu entscheiden, welche Strategie am besten zu Ihren Umständen und Zielen beim Verkauf Ihres Unternehmens passt.

Der Weg in Eigenregie

Was gehört dazu?

Wenn Sie Ihr Unternehmen ohne Makler verkaufen, sind Sie als Inhaber für jeden Aspekt der Transaktion verantwortlich. Dazu gehören:

  • Bewertung: Sie müssen einen Angebotspreis bestimmen, der sowohl belastbar ist als auch den Markterwartungen entspricht. Ohne fundierten finanziellen Hintergrund oder Zugang zu passenden Vergleichswerten besteht die Gefahr, entweder zu hoch anzusetzen (was zu einem unverkäuflichen Angebot führt) oder zu niedrig (wodurch Sie Geld verschenken).
  • Vermarktung: Sie sind dafür verantwortlich, alle Verkaufsunterlagen zu erstellen, einschließlich eines Confidential Information Memorandum (CIM), und diskrete Wege zu finden, das Unternehmen zu bewerben. Vertraulichkeit und Sichtbarkeit in Einklang zu bringen, ist ohne Erfahrung besonders heikel.
  • Käuferprüfung: Käufer zu prüfen bedeutet mehr, als nur unterschriebene Geheimhaltungsvereinbarungen einzusammeln. Es erfordert, ihre Finanzkraft, ihre strategische Passung und ihre Ernsthaftigkeit einzuschätzen. Ohne Zugang zu Käuferdatenbanken oder Erfahrung in der Prüfung verliert man leicht Zeit mit ungeeigneten oder unverbindlichen Anfragen.
  • Verhandlung: Sie müssen alle Gespräche über Preis, Struktur und Konditionen führen. Ohne Deal-Erfahrung gibt man bei entscheidenden Punkten leicht nach oder verpasst Gelegenheiten, bessere Bedingungen auszuhandeln.
  • Due Diligence: Käufer fordern tiefen Einblick in Ihre Finanzen, Ihre Abläufe und Ihre rechtlichen Unterlagen. Diesen Prozess selbst zu steuern, kann zeitaufwendig sein und, falls schlecht gehandhabt, ansonsten ernsthafte Käufer abschrecken oder Deals zum Scheitern bringen.
  • Abschluss: Den Verkauf abzuschließen erfordert die Koordination von Anwälten, Steuerberatern und häufig externen Treuhand- oder Finanzierungspartnern. Wenn Sie mit M&A-Abschlüssen nicht vertraut sind, kann diese Phase überwältigend und anfällig für vermeidbare Fehler sein.

Mögliche Vorteile und Herausforderungen eines Verkaufs in Eigenregie

Vorteile

Herausforderungen

Kostenersparnis: Der offensichtliche Vorteil besteht darin, Maklerprovisionen (oft 8 bis 15 Prozent des Verkaufspreises) und mögliche Vorab-Honorare zu vermeiden.

Enormer Zeitaufwand: Ein Unternehmen zu verkaufen ist praktisch ein Vollzeitjob für sich, der erheblich Zeit bindet, die eigentlich dem Führen des Unternehmens gehört.

Tiefe Unternehmenskenntnis: Niemand kennt Ihr Unternehmen besser als Sie. Sie können seinen Wert, seine Feinheiten und sein Potenzial direkt an Käufer vermitteln.

Fehlendes Spezialwissen: Sie führen Ihr Unternehmen vielleicht hervorragend, verfügen aber womöglich nicht über Spezialwissen in Unternehmensbewertung, Deal-Strukturierung, Verhandlungstaktik oder im Management des komplexen Due-Diligence-Prozesses.

Direkte Kontrolle: Sie behalten in jeder Phase die volle Kontrolle über Prozess, Kommunikation und Entscheidungen.

Emotionale Voreingenommenheit: Es kann schwerfallen, beim Verkauf von etwas, in das man sein Leben gesteckt hat, objektiv zu bleiben, was zu Preisfehlern oder Verhandlungsblockaden führen kann.

Begrenzte Käuferreichweite: Ihr persönliches Netzwerk und Ihre Möglichkeiten zur vertraulichen Vermarktung sind im Vergleich zu den etablierten Kanälen und Datenbanken eines Maklers eingeschränkt.

Vertraulichkeitsrisiken: Die Vertraulichkeit zu wahren, während man das Unternehmen aktiv vermarktet, ist herausfordernd und entscheidend; undichte Stellen können die Mitarbeitermoral und Kundenbeziehungen schädigen.

Der Weg über einen Unternehmensmakler

Was gehört dazu?

Wie in unserem vorherigen Beitrag erläutert, agiert ein Unternehmensmakler als Vermittler. Er übernimmt unter anderem folgende Aufgaben:

  • Bewertung und Preisfindung: Er liefert einen vorgeschlagenen Angebotspreis, oft auf Basis oberflächlicher Vergleichswerte. Diese Bewertungen können zu hoch ausfallen, um Ihren Auftrag zu gewinnen.
  • Vermarktung des Unternehmens: Er stellt Ihr Unternehmen online oder in seinem persönlichen Netzwerk ein. Manche bieten umfangreichere Verkaufsunterlagen, doch das ist nicht garantiert.
  • Käuferprüfung: Er teilt Ihre Informationen mit Interessenten, wobei eine echte Prüfung über Geheimhaltungsvereinbarungen hinaus selten ist.
  • Verhandlung und Deal-Strukturierung: Er hilft beim Aushandeln der Konditionen, wobei viele Makler über das Weiterleiten von Angeboten hinaus nur eine begrenzte Rolle spielen.
  • Due Diligence und Abschluss: Idealerweise begleitet er Sie durch die Due Diligence und die finalen Unterlagen, doch in der Praxis koordinieren viele Verkäufer diese Phase am Ende selbst.

Mögliche Vorteile eines Maklers

Die Beauftragung eines Maklers bietet mehrere Vorteile, die besonders für Inhaber attraktiv sind, die Wert legen auf:

  • Erfahrung im lokalen Markt: Wenn Ihr Unternehmen eng mit lokalen Märkten verbunden ist oder Immobilienbesitz umfasst (etwa Ladenlokale, Mietverträge oder Gewerbeimmobilien), sind Makler oft besonders geschickt darin, lokale Vorschriften und Marktbedingungen zu navigieren.
  • Zeitersparnis: Indem Sie die aufwendigen Aufgaben der Vermarktung, Prüfung und Verhandlung abgeben, bleibt Ihnen Zeit, Ihr Unternehmen während des Verkaufsprozesses weiterhin effektiv zu führen.
  • Vertraulichkeitsmanagement: Makler wirken als Puffer, fangen erste Anfragen ab und stellen sicher, dass potenzielle Käufer Geheimhaltungsvereinbarungen unterzeichnen, bevor sie sensible Informationen erhalten.
  • Verhandlungspuffer: Ein Vermittler kann potenziell strittige Verhandlungen übernehmen und so eine positivere Beziehung zwischen Käufer und Verkäufer bewahren.

Mögliche Risiken eines Maklers

  • Erhebliche Kosten: Provisionen (8 bis 15 Prozent) und mögliche Vorab-Honorare (25.000 bis 50.000 Dollar oder mehr) stellen erhebliche Kosten dar, die selbst dann fällig werden, wenn der Makler nicht den bestmöglichen Deal erzielt oder die Transaktion scheitert.
  • Mögliche Fehlanreize: Provisionsbasierte Modelle können Makler mitunter dazu verleiten, auf einen schnellen Verkauf zu drängen, statt auf den besten Preis und die besten Konditionen für Sie zu warten. Vorab-Honorare sichern dem Makler die Bezahlung unabhängig vom Ergebnis.
  • Unterschiedliche Kompetenzniveaus: Wie bereits erwähnt, sind die Hintergründe von Maklern unterschiedlich. Manchen fehlt im Vergleich zu spezialisierten Beratern das tiefe finanzielle Fachwissen für komplexe Bewertungen oder die M&A-Strategie.
  • Verlust direkter Kontrolle: Sie geben einen Teil der Kontrolle über Kommunikation und Prozessablauf an den Makler ab.

Ihren Weg wählen: zentrale Überlegungen

Die Entscheidung zwischen Eigenregie und der Beauftragung eines Maklers hängt von Ihrer konkreten Situation ab. Fragen Sie sich:

  1. Wie komplex sind mein Unternehmen und die mögliche Deal-Struktur?
  2. Habe ich realistisch betrachtet die Zeit, mich neben dem Führen meines Unternehmens einem Verkaufsprozess zu widmen?
  3. Verfüge ich über die nötigen Fähigkeiten in Bewertung, Verhandlung und Finanzanalyse?
  4. Wie wichtig ist Vertraulichkeit?
  5. Welches Budget habe ich für Transaktionskosten?
  6. Wie wichtig ist es, den Verkaufspreis zu maximieren, im Vergleich zur Geschwindigkeit des Verkaufs?
  7. Wie groß ist der wahrscheinliche Käuferkreis, und kann ich ihn selbst wirksam erreichen?

Fazit

Der Verkauf Ihres Unternehmens ist ein zutiefst persönliches und finanziell bedeutsames Ereignis. Der Weg in Eigenregie bietet mögliche Kostenersparnisse und direkte Kontrolle, verlangt aber enorm viel Zeit, breites Fachwissen und birgt Vertraulichkeitsrisiken. Die Beauftragung eines Unternehmensmaklers bringt Fachwissen, spart Zeit, erweitert die Reichweite und bietet einen Puffer, geht jedoch mit erheblichen Kosten einher und bedeutet, einen Teil der Kontrolle abzugeben.

Wenn Sie die Komplexität Ihres Unternehmens, Ihre eigene Zeit und Ihre Fähigkeiten, Ihr Budget und Ihre Prioritäten sorgfältig abwägen, können Sie eine fundierte Entscheidung darüber treffen, ob Sie den Verkauf allein steuern oder mit einem Profi zusammenarbeiten. Die damit verbundenen Abwägungen zu verstehen, ist der erste Schritt zu einem erfolgreichen Exit.

Bereit für den nächsten Schritt?

Lassen Sie Ihr Unternehmen kostenlos und unverbindlich einschätzen.

Jetzt Unternehmen bewerten
Artikel teilen:LinkedInXE-Mail

Verwandte Artikel